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MAZ, 16.04.2010, Von Volker Oelschläger
MARKETING: Der Kis verliert einen Großauftrag
Ein Konzept für die Schiffbauergasse
POTSDAM / SCHIFFBAUERGASSE - Der Kommunale Immobilienservice (Kis) der Stadt verlöre bei Umsetzung der Empfehlungen der Kölner Gutachterfirma AWC zu Betrieb und Vermarktung der Schiffbauergasse einen Großauftrag. Die AWC war von der Stadt mit der Erstellung eines Marketing- und Betreiberkonzeptes für das Kultur- und Gewerbeareal beauftragt worden. Projektleiterin Uta Ramme stellte gestern im Programm des 4. Potsdamer Marketingtages in der Tanzfabrik Eckpunkte vor. Die Kernempfehlung: Alles aus einer Hand. Die AWC empfiehlt demnach die Beauftragung eines Dienstleisters mit dem Marketing, der Standort-Vermarktung inklusive der weiteren Entwicklung des Geländes, sowie mit dem Facility-Management. Letzteres wird derzeit vom Kis erledigt, der die Kulturhäuser auf dem Areal am Tiefen See entweder - wie beim Theaterneubau - selbst errichtet hat oder sie - wie beim Waschhaus oder der Tanzfabrik - nach ihrer Fertigstellung vom Sanierungsträger übernahm.
Die AWC war von der Stadt im November mit dem Konzept beauftragt worden. Dass die AWC sich auch um die Übernahme des Auftrags bemüht, ist nicht ausgeschlossen. Ramme betonte zur Eröffnung ihres Referats, dass die AWC das ganze Leistungsspektrum, sie nannte es "Lebenszyklus", von der Konzeption bis zum laufenden Betrieb abdecken könne.
Die Erstellung eines Marketing- und Betreiberkonzeptes für das Kultur- und Gewerbeareal Schiffbauergasse zählte zu den Auflagen der Fördergeber für das Projekt, in dessen Sanierung und Ausbau rund 100 Millionen Euro investiert worden sind. Der letzte Versuch eines solchen Grundlagenpapiers zum koordinierten Betrieb scheiterte 2005 mit einem Beschluss der Stadtverordneten, die zwar das Konzept absegneten, zuvor aber alle Zahlenangaben daraus streichen ließen. Laut Ramme war deshalb eine der Vorgaben der Stadt an AWC, "kein Schubladen-Gutachten" zu erstellen. Ramme: "Es wurden nämlich schon viele Gutachten erstellt, die in der Schublade gelandet sind."
Auf MAZ-Nachfrage sagte Ramme am Rande der Veranstaltung, dass das AWC-Konzept für die Stadt nicht mit Zusatzkosten verbunden sei. 250 000 Euro stünden auch jetzt für das Standortmarketing zur Verfügung. In ihrem Vortrag nannte sie allerdings einen Punkt, bei dem weitere Investitionen wünschenswert wären. Nach einem stufenartig aufgebauten Konzeptvorschlag der AWC zur Steigerung der Attraktivität steht an erster Stelle die "Aufenthaltsqualität". Ramme stellte fest, dass die Landschaftsqualitäten der Schiffbauergasse derzeit gar nicht für das Marketing genutzt würden und es auf dem Gelände nicht einmal Sitzbänke gebe.
Ideen zur Belebung des weitläufigen Areals beginnen bei der Einrichtung öffentlicher Toiletten, von Spielplätzen und weiteren, originellen Bühnen zu Lande und auf dem Wasser, sowie eines Kiosks und Souveniershops, sie enden bei der Ausrichtung von "Mega-Events" und der mittelfristigen Einbeziehung der Husarenkaserne an der Berliner Straße zur Erweiterung des Areals. Laut Kulturdezernentin Iris Jana Magdowski (CDU) soll noch in diesem Jahr auf Basis des AWC-Gutachtens ein Betreiber für die Schiffbauergasse gefunden werden.
Beitrag bei der Märkische Allgemeine
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